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Das Lied vom Wildschütz Jennerwein

Melodie zum Text

1. Es war ein Schütz in seinen schönsten Jahren,
    der wurde weg geputzt, von dieser Erd.
    Man fand ihn erst am neunten Tage
    bei Tegernsee am Peißenberg

 

2. Auf hartem Fels hat er sein Blut vergossen
    und auf dem Bauche liegend fand man ihn:
    Von hinten war er angeschossen,
    zerschmettert war sein Unterkinn.

 

3. Du feiger Jager, das ist eine Schande
    und bringet dir gewiß  kein Ehrenkreuz:
    Er fiel gar nicht im off‘nen Kampfe
    der Schuß von hinten her beweists!

 

4. Man brachte ihn ins Tal und auf den Wagen,
    bei finstrer Nacht ging es  sogleich noch fort,
    begleitet von den Kameraden
    nach Schliersee, seinem Lieblingsort.

 

5. Dort ruht er sanft im Grabe wie ein jeder
    und wartet stille auf  den jüngsten Tag.
    Dann zeigt uns Jennerwein den Jäger,
    der ihn von hint‘ erschossen hat.

 

6. Und zum Gericht am großen jüngsten Tage
    putzt jeder ‘s Gwissen und  auch das Gewehr:
    Marschieren d‘ Jager samt die Förster,
    aufs Gamsgebirg zum Luzifer.

 

7. Und nun zum Schlusse dank noch den Vetranen,
    die ihr den Trauermarsch so schön gespielt!
    Ihr Jager, laßt  euch nun ermahnen,
    daß keiner mehr von hinten zielt!

 

8. Denn auf den Bergen, ja da gilt die Freiheit,
    ja auf den Bergen ist  es gar so schön,
    allwo auf grauenvolle Weise
    der Jennerwein zu Grund mußt gehn.

 

Letzte Änderung 28.11.2001